Experimentieren sie mit der Belichtungszeit

Je nachdem, welches Motiv Sie mit Ihrer Spiegelreflexkamera ablichten möchten, müssen Sie auch die Belichtungszeit entsprechend einstellen. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn Sie beispielsweise Bewegungen einfrieren möchten, wie etwa das Wasser eines Wasserfalls, die Flügel eines Vogels oder Insekts oder einen Tennisball, der gerade vom Tennisspieler aufgeschlagen wurde. Die Belichtungszeit wird in Sekunden angegeben. In den meisten Fällen handelt es sich bei einer normalen Aufnahme eher um lediglich den Bruchteil einer Sekunde, wie etwa 1/200 Sekunde. Bei der Belichtungszeit sind drei Dinge besonders wichtig:

  1. Über die Belichtungszeit wird geregelt, wie lange der Bildsensor belichtet wird, also wie lange Licht auf den Sensor fällt. Damit wird auch beeinflusst, ob die Aufnahme korrekt belichtet wird, oder ob es zu einer Unter- oder Überbelichtung kommt.
  2. Je nachdem, welche Belichtungszeit Sie gewählt haben, kann eine Aufnahme, die Sie aus der Hand, also ohne jegliche Hilfsmittel, durchführen, entweder scharf sein oder verwackeln, also unscharf werden. Die Gefahr einer verwackelten Aufnahme ist umso größer, je länger die Belichtungszeit ist.
  3. Mit seiner Aufnahme will der Fotograf in der Regel immer etwas aussagen. Damit das Motiv auch die gewünschte Aussage vermitteln kann, ist die richtige Belichtungszeit wichtig, denn sie entscheidet darüber, ob beispielsweise fließendes Wasser als fließend dargestellt wird oder wie eingefroren wirkt.

Mit der richtigen Belichtungszeit zu scharfen Bildern

Wenn Sie nicht mit einem Stativ, sondern aus der Hand fotografieren möchten, dann spielt die korrekte Belichtungszeit eine sehr wichtige Rolle. Der Mensch ist bekanntlich nur schwer in der Lage, absolut still zu halten und nicht wenigstens ganz minimal zu wackeln - und sei es auch noch so gering. Deshalb ist es nötig, die Belichtungszeit so zu wählen, dass das Wackeln entsprechend ausgeglichen wird. Die Aufnahme sollte daher bereits abgeschlossen sein, noch bevor Sie sie verwackeln können. In diesem Fall ist es notwendig, eine Belichtungszeit zu wählen, die mindestens dem Kehrwert der Brennweite entspricht. Bei einer Brennweite von 100 Millimeter sollte die Belichtungszeit also mindestens 1/100 Sekunde betragen, wenn die Kamera über keinen Bildstabilisator verfügt. Allerdings gilt diese Faustregel nur dann, wenn sich das Motiv, welches Sie ablichten möchten, nicht oder nur minimal bewegt. Sollte die Kamera über einen Bildstabilisator verfügen, dann kann die Blendenstufe noch einmal um zwei Stufen gepuffert werden. Bei einem 100 Millimeter Objektiv würde dies also folgende Rechnung ergeben: 1/200 * 1/2 * 1/2 = 1/50 Sekunde Mit jeder Blendenstufe wird die Belichtungszeit also halbiert. So ist sichergestellt, dass die Aufnahme auf jeden Fall auch scharf sein wird. Je schärfer das Bild, desto besser sieht es aus und umso mehr möchten Sie es später etwa in Form eines Fotokalenders verwenden.

Belichtungszeit bei beweglichen Objekten

Selbst sich noch so schnell bewegende Objekte können mithilfe der passenden Belichtungszeit dennoch so abgelichtet werden, dass sie wirken, als wären sie eingefroren. Auch hierfür gibt es eine Formel zur Berechnung der passenden Belichtungszeit: Objektgeschwindigkeit + Bewegungsrichtung + Objektabstand Sobald Sie ein sich bewegendes Objekt fotografieren möchten, müssen also die Geschwindigkeit des sich bewegenden Objekts, die Richtung in die es sich bewegt und der Abstand vom Fotografen zum Objekt berücksichtigt werden. Bewegt sich beispielsweise ein Objekt mit einer Geschwindigkeit von 250 km/h, dann ergeben sich folgende Verschlusszeiten:

Bewegungsrichtung

Verschlusszeit

90 Grad zum Fotografen

1/5.000 s

45 Grad zum Fotografen

1/2.500 s

Frontal zum Fotografen

1/1.250 s

Doch nicht nur bei sich sehr schnell bewegenden Objekten, sondern auch bei beispielsweise bereits einem Jogger muss eine entsprechend kurze Belichtungszeit gewählt werden - kürzer als bei ruhenden Objekten. Trauen sie sich und experimentieren sie.

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