Sterne fotografieren: So gelingen beeindruckende Fotos vom Sternenhimmel

Bild von Sternenhimmel und Milchstraße in der Nacht am Meer sowie Hand mit Kamera

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Der Sternenhimmel sieht beeindruckend aus, also schnell die Kamera raus und ein Foto machen. Doch auf dem Display folgt die Ernüchterung: schwarzer Himmel, kaum Sterne oder nur verschwommene Lichtpunkte. Sterne fotografieren funktioniert anders als ein Schnappschuss bei Tageslicht. Wir zeigen dir, welche Einstellungen du brauchst und wie dir auch als Anfänger schöne Sternenfotos gelingen.

Nachthimmel & Milchstraße knipsen: Was brauchst du, um Sterne zu fotografieren?

Für schöne Sternenfotos benötigst du keine teure Ausrüstung. Viel wichtiger ist, dass du deine Kamera manuell einstellen kannst und sie während der Aufnahme absolut ruhig steht. Denn nachts gelangt nur wenig Licht in die Kamera. Deshalb muss sie länger belichten als bei einem normalen Foto am Tag.

Für deine erste Sternenfotografie reichen bereits:

  • Kamera, bei der du Blende, ISO und Belichtungszeit manuell einstellen kannst
  • Stabiles Stativ, damit die Kamera während der längeren Belichtung nicht wackelt
  • Möglichst lichtstarkes Objektiv, das viel Licht einfangen kann
  • Optional ein Fernauslöser, damit du die Kamera beim Auslösen nicht berühren musst
  • Smartphone, zum Beispiel zur Planung von Mondphase, Wetter und Standort
  • Ersatzakku, wenn du länger unterwegs bist

Eine Vollformatkamera kann bei wenig Licht Vorteile bieten, ist aber keine Voraussetzung. Auch mit einer Systemkamera oder Spiegelreflexkamera mit kleinerem Sensor kannst du einen beeindruckenden Sternenhimmel fotografieren.

Sternenfotografie: Wann und wo kannst du den Sternenhimmel am besten fotografieren?

Je dunkler der Himmel, desto mehr Sterne kann deine Kamera einfangen. Suche deshalb einen Ort mit möglichst wenigen künstlichen Lichtquellen. Außerhalb von Städten sind die Bedingungen meist deutlich besser. Eine Lichtverschmutzungskarte hilft dir dabei, geeignete Plätze in deiner Umgebung zu finden.

Auch das Wetter spielt eine wichtige Rolle. Ideal ist eine klare Nacht mit wenigen oder keinen Wolken. Schau außerdem auf die Mondphase. Rund um Neumond bleibt der Himmel besonders dunkel. Bei Vollmond überstrahlt das helle Mondlicht dagegen viele schwächere Sterne. Trotzdem kannst du auch in anderen Mondphasen gute Sternenfotos aufnehmen, beispielsweise wenn der Mond noch nicht aufgegangen oder bereits untergegangen ist.

Möchtest du die Milchstraße fotografieren, solltest du noch genauer planen. Wann und wo sie gut zu sehen ist, hängt von deinem Standort, der Jahreszeit und der Uhrzeit ab. Apps zur Sternenfotografie zeigen dir, wann sich die Milchstraße oder andere interessante Motive am gewünschten Ort befinden. Unter sehr dunklem Himmel lassen sich neben unzähligen Sternen sogar andere Galaxien fotografieren.

Tipp: Schau dir deinen Aufnahmeort möglichst schon bei Tageslicht an. So kannst du einen sicheren Platz für dein Stativ suchen und überlegen, welches Motiv du später mit dem Sternenhimmel kombinieren möchtest.

Besonderes Fotomotiv: eine Mondfinsternis
Eine Mondfinsternis stellt dich vor andere Herausforderungen als ein klassischer Sternenhimmel. Da der Mond deutlich heller als die Sterne ist, benötigst du etwa andere Einstellungen für die Belichtung. Eine Mondfinsternis steht bevor? In unserem Ratgeber zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du eine
Mondfinsternis fotografieren kannst.

Sternenhimmel fotografieren: die richtigen Einstellungen für Astrofotografie

Sterne fotografieren: Tipps für die Einstellungen bei Kamera, Objektiv etc.

Mit KI generiert

Im Automatikmodus stößt deine Kamera bei einem dunklen Nachthimmel schnell an ihre Grenzen. Deshalb stellst du Blende, ISO und Belichtungszeit am besten selbst ein. Das klingt komplizierter, als es ist. Mit den folgenden Startwerten kannst du direkt deine erste Testaufnahme machen.

1. Stelle deine Kamera auf den manuellen Modus

Suche am Einstellrad deiner Kamera nach dem Buchstaben M. Er steht für den manuellen Modus. Bei einigen Kameras findest du die Einstellung stattdessen im Menü.

Im M-Modus bestimmst du selbst, wie viel Licht die Kamera für das Foto einfängt. Genau das ist nachts wichtig, denn die Automatik erkennt nicht immer zuverlässig, wie hell der Sternenhimmel auf deinem Foto werden soll.

📷 Startwert: Modus M

2. Objektiv: Öffne die Blende möglichst weit

Die Blende ist eine Öffnung im Objektiv, durch die Licht in die Kamera gelangt. Für Astrofotografie brauchen wir möglichst viel davon. Deshalb sollte die Blende weit geöffnet sein.

Etwas verwirrend: Eine kleine Blendenzahl bedeutet eine große Öffnung. f/2.0 lässt also mehr Licht herein als beispielsweise f/5.6.

Starte mit f/1.8 bis f/2.8, wenn dein Objektiv diese Werte ermöglicht. Kannst du nur f/3.5 oder f/4 einstellen, wählst du einfach die kleinste verfügbare Zahl.

📷 Startwert: etwa f/1.8 bis f/2.8

3. Erhöhe den ISO-Wert

Der ISO-Wert bestimmt vereinfacht gesagt, wie hell das aufgenommene Bild erscheint. Nachts musst du ihn meist deutlich höher einstellen als bei Sonnenschein.

Probiere zunächst einen Wert zwischen ISO 800 und 3200 aus. Ist dein Sternenhimmel noch zu dunkel, kannst du den Wert erhöhen. Dabei gibt es allerdings einen Nachteil: Je höher du den ISO-Wert einstellst, desto stärker kann das sogenannte Bildrauschen werden. Das Foto wirkt dann körnig und verliert feine Details.

📷 Startwert: ISO 800 bis 3200

4. Wähle eine längere Belichtungszeit

Bei der Belichtungszeit geht es darum, wie lange deine Kamera Licht sammelt. Eine Belichtungszeit von 15 Sekunden bedeutet beispielsweise, dass der Sensor 15 Sekunden lang Licht aufnimmt.

Für den Anfang kannst du bei einem Weitwinkelobjektiv etwa 10 bis 20 Sekunden ausprobieren. Kontrolliere anschließend dein Foto.

Warum nicht einfach noch länger belichten? Während deine Kamera stillsteht, dreht sich die Erde weiter. Dadurch verändert sich die Position der Sterne während der Aufnahme. Bei einer zu langen Belichtungszeit werden aus kleinen Punkten kurze Striche.

Welche Zeit noch funktioniert, hängt unter anderem von deiner Brennweite und deiner Kamera ab. Je stärker du heranzoomst, desto schneller wird die Bewegung der Sterne auf dem Foto sichtbar. Deshalb gibt es keinen Wert, der für jede Kamera und jedes Objektiv gleichermaßen passt.

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Neumond, Milchstraße oder die nächste Mondfinsternis: In einem persönlichen Buchkalender kannst du deine geplanten Fototouren und andere wichtige Termine festhalten und ihn mit deinen eigenen Lieblingsfotos gestalten.


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📷 Startwert: etwa 10 bis 20 Sekunden bei einem Weitwinkelobjektiv

5. Stelle die Sterne manuell scharf

Jetzt fehlt noch die Schärfe. Der Autofokus benötigt erkennbare Kontraste, an denen er sich orientieren kann. Bei einem dunklen Himmel funktioniert das häufig nicht zuverlässig. Stelle deshalb den Fokus selbst ein:

  1. Schalte am Objektiv oder in der Kamera von Autofokus (AF) auf manuellen Fokus (MF).
  2. Öffne die Live-Ansicht auf dem Display deiner Kamera.
  3. Suche einen möglichst hellen Stern.
  4. Vergrößere den Stern auf dem Display so weit wie möglich.
  5. Drehe langsam am Fokusring des Objektivs. Der Stern sollte möglichst klein und klar erscheinen.
  6. Mache ein Testfoto und zoome anschließend hinein. Ist der Stern unscharf, korrigierst du den Fokus noch einmal vorsichtig.

Manche Objektive besitzen am Fokusring ein Unendlich-Zeichen (∞). Es kann dir als Orientierung dienen. Verlasse dich aber nicht blind darauf. Mit der vergrößerten Ansicht eines Sterns kannst du die Schärfe genauer kontrollieren.

Sterne fotografieren: Einstellungen für deine Kamera

Du möchtest direkt loslegen? In der folgenden Tabelle findest du die wichtigsten Einstellungen für deine ersten Sternenfotos. Je nach Kamera, Objektiv und Lichtverhältnissen musst du die Werte anschließend etwas anpassen.

Einstellung Guter Startwert
Aufnahmemodus Manuell (M)
Brennweite möglichst weitwinklig
Blende etwa f/1.8 bis f/2.8
ISO etwa 800 bis 3200
Belichtungszeit etwa 10 bis 20 Sekunden
Fokus manuell
Weißabgleich automatisch oder manuell
Dateiformat möglichst RAW
Bildstabilisator bei Verwendung eines Stativs ausschalten
Auslösen 2-Sekunden-Timer oder Fernauslöser

Wichtig: Diese Einstellungen sind Startwerte und keine festen Regeln. Wer mit einer anderen Brennweite fotografiert oder helle Objekte in der Umgebung hat, benötigt möglicherweise andere Werte. Mache deshalb zunächst ein Testfoto und kontrolliere Helligkeit und Schärfe. Besitzt deine Kamera ein Touch-Display, kannst du die Aufnahme anschließend direkt auf dem Bildschirm vergrößern und genauer prüfen.

In 7 Schritten zum ersten Sternenfoto

7 Schritte zum Sternenfoto

Mit KI generiert

Du kennst jetzt die wichtigsten Grundlagen der Sternenfotografie. Zeit für die erste Aufnahme. Mit dieser kurzen Anleitung kannst du direkt loslegen:

  1. Suche einen dunklen Standort: Je weniger künstliches Licht deine Umgebung aufhellt, desto besser ist der Sternenhimmel zu erkennen. Eine Nacht mit klarem Himmel bietet besonders gute Bedingungen.
  2. Stelle deine Ausrüstung auf: Befestige die Kamera sicher auf dem Stativ und richte sie auf dein gewünschtes Motiv. Interessante Objekte wie Bäume, Berge oder Gebäude im Vordergrund können dem Bild mehr Tiefe geben.
  3. Wähle eine kurze Brennweite: Nutze ein Weitwinkelobjektiv und zoome möglichst wenig. So bekommst du einen großen Ausschnitt vom Nachthimmel auf das Foto.
  4. Wechsle in den manuellen Modus: Stelle deine Kamera auf M. So kannst du die für die Astrofotografie wichtigen Einstellungen selbst bestimmen.
  5. Stelle Blende, ISO-Wert und Belichtungszeit ein: Nutze zunächst die Startwerte aus unserer Tabelle. Fotografierst du mit einem anderen Objektiv oder unter anderen Lichtbedingungen, musst du sie eventuell anpassen.
  6. Stelle einen Stern scharf: Schalte den Autofokus aus und fokussiere manuell auf einen hellen Stern. Vergrößere die Ansicht auf dem Display, um die Schärfe besser beurteilen zu können.
  7. Mache eine Testaufnahme: Kontrolliere das fertige Bild vergrößert. Sind die Sterne zu dunkel, unscharf oder bereits als kleine Striche zu sehen, korrigierst du deine Einstellungen und machst eine weitere Aufnahme.

Keine Sorge, wenn deine ersten Aufnahmen noch nicht perfekt aussehen. Bei der Sternenfotografie gehören Testfotos und kleine Korrekturen dazu. Schon nach wenigen Versuchen bekommst du ein gutes Gefühl dafür, welche Einstellungen unter welchen Bedingungen funktionieren.

Welche Kamera eignet sich für die Sternenfotografie?

Für die Sternenfotografie brauchst du keine spezielle Profi-Kamera. Sowohl spiegellose Systemkameras als auch Spiegelreflexkameras (DSLRs) eignen sich dafür. Entscheidend ist vor allem, dass du wichtige Einstellungen wie Blende, ISO und Belichtungszeit selbst festlegen kannst.

Vollformatkameras haben bei wenig Licht einen Vorteil: Ihr größerer Sensor kann mehr Licht einfangen und hohe ISO-Werte häufig besser verarbeiten. Das bedeutet aber nicht, dass du damit automatisch bessere Sternenfotos machst. Auch Kameras mit APS-C- oder MFT-Sensor können sehr gute Ergebnisse liefern.

Wichtiger als die Suche nach der „besten Kamera“ sind ein passendes Objektiv, ein stabiles Stativ und die Möglichkeit, die Einstellungen manuell anzupassen. Für den Einstieg reicht deshalb in vielen Fällen die Kamera, die du bereits besitzt.

Welches Objektiv eignet sich für Sternenfotos?

Ideal ist ein lichtstarkes Weitwinkelobjektiv. Eine große Blendenöffnung lässt viel Licht auf den Sensor. Das ist beim Fotografieren in der Dunkelheit besonders hilfreich. Mit einem Weitwinkel bekommst du außerdem einen großen Teil des Himmels ins Bild und kannst etwas länger belichten, bevor die Bewegung der Sterne sichtbar wird.

Für Vollformatkameras sind etwa 14 bis 24 mm Brennweite eine gute Orientierung. Bei Kameras mit kleinerem Sensor verändert sich der Bildausschnitt durch den sogenannten Crop-Faktor. Möchtest du einen ähnlich weiten Ausschnitt erreichen, brauchst du deshalb eine entsprechend kürzere Brennweite. Bei einer APS-C-Kamera sind beispielsweise etwa 10 bis 16 mm ein guter Ausgangspunkt.

Sterne mit dem Handy fotografieren: Geht das?

Auch mit einem modernen Smartphone kannst du Sterne fotografieren. An die Möglichkeiten einer Kamera mit lichtstarkem Objektiv kommt das Handy zwar nicht immer heran, für erste Aufnahmen vom Sternenhimmel reicht es aber durchaus.

Besonders wichtig ist, dass dein Smartphone während der Aufnahme nicht wackelt. Verwende am besten ein kleines Stativ oder lege das Handy auf eine feste Unterlage. Zusätzlich helfen dir folgende Einstellungen:

  • Nachtmodus einschalten: Viele Smartphones besitzen einen speziellen Modus für Aufnahmen bei wenig Licht.
  • Belichtungszeit verlängern: Kannst du die Belichtungszeit einstellen, gib dem Smartphone mehr Zeit, Licht einzufangen.
  • ISO anpassen: Besitzt dein Handy einen Pro- oder manuellen Modus, kannst du häufig auch den ISO-Wert verändern. Sehr hohe Werte können allerdings zu stärkerem Bildrauschen führen.
  • Fokus kontrollieren: Wenn der Autofokus die Sterne nicht erkennt, kannst du bei manchen Smartphones den Fokus im Pro-Modus manuell einstellen.
  • Timer verwenden: Stelle beispielsweise einen Timer von zwei oder drei Sekunden ein. So bewegt sich das Smartphone nicht mehr, wenn die Aufnahme beginnt.

Welche Möglichkeiten du hast, hängt stark vom Smartphone und der verwendeten Kamera-App ab.

Sterne fotografieren mit dem iPhone

Auf unterstützten iPhones schaltet sich der Nachtmodus bei wenig Licht automatisch ein. Du erkennst ihn am Nachtmodus-Symbol in der Kamera-App. Die Belichtungszeit bestimmt das iPhone zunächst selbst. Über das Nachtmodus-Symbol kannst du die Dauer der Aufnahme jedoch anpassen.

Für Sternenfotos solltest du dein iPhone auf ein Stativ stellen oder anderweitig sicher ablegen. Das iPhone erkennt, wenn es besonders ruhig steht, und kann den Nachtmodus entsprechend für eine längere Aufnahme nutzen. Wähle die längste angebotene Aufnahmezeit und verwende zusätzlich den Selbstauslöser, damit beim Antippen des Displays nichts verwackelt.

Wichtig: Welche Nachtmodus-Funktionen zur Verfügung stehen, hängt vom jeweiligen iPhone-Modell ab.

Deine schönsten Sternenfotos verdienen mehr als die Fotogalerie
Milchstraße, Sternenhimmel oder eine besondere Nachtaufnahme: Gestalte aus deinen schönsten Bildern einen persönlichen Monatskalender und freue dich das ganze Jahr über deine Lieblingsmotive.


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Sterne mit Samsung fotografieren

Auch viele Samsung-Galaxy-Smartphones besitzen einen Nachtmodus. Du findest ihn je nach Modell in der Kamera-App unter Mehr > Nacht. Halte das Smartphone während der gesamten Aufnahme möglichst ruhig oder verwende ein Stativ.

Mehr Kontrolle bekommst du bei unterstützten Galaxy-Modellen über den Pro-Modus. Hier kannst du unter anderem ISO-Wert, Belichtungszeit, Weißabgleich und Fokus selbst einstellen.

Einige Galaxy-Modelle gehen noch einen Schritt weiter: In der App Expert RAW steht bei kompatiblen Geräten eine eigene Funktion für Astrofotografie zur Verfügung. Damit kannst du längere Aufnahmen vom Sternenhimmel erstellen und den Fokus anpassen. Eine integrierte Sternenkarte hilft außerdem dabei, Sterne und Sternbilder am Himmel zu finden.

Du findest Expert RAW im Galaxy Store. Ob die App und der Astrofotografie-Modus auf deinem Smartphone verfügbar sind, hängt vom jeweiligen Galaxy-Modell ab.

Diese Apps helfen bei der Sternenfotografie

Bei der Sternenfotografie entscheidet nicht nur die Kamera über das Ergebnis. Du musst auch wissen, wann die Milchstraße zu sehen ist, wo der Mond steht und ob dir Wolken einen Strich durch die Rechnung machen. Verschiedene Apps und Online-Tools helfen dir bei der Planung:

Die App ist speziell für die Planung von Fotos interessant. Du kannst unter anderem prüfen, wann und in welcher Richtung die Milchstraße sichtbar ist, wo sich ihr galaktisches Zentrum befindet und wann Mondaufgang und Monduntergang stattfinden. Auch die Mondphase wird angezeigt. Praktisch: Mit der AR-Funktion kannst du dir vor Ort anzeigen lassen, wo Milchstraße und Mond später am Himmel stehen werden. Außerdem gibt es einen Rechner für die maximale Belichtungszeit, bei der Sterne möglichst punktförmig bleiben.
Du möchtest wissen, welche Sterne, Planeten oder Sternbilder du gerade vor dir siehst? Dann ist Stellarium besonders praktisch. Die App simuliert den Sternenhimmel für deinen Standort sowie für verschiedene Tage und Uhrzeiten. Richtest du dein Smartphone auf den Himmel, kannst du damit Himmelsobjekte leichter bestimmen.
Mit dieser Karte findest du heraus, wie stark die Lichtverschmutzung an einem bestimmten Ort ist. So kannst du bereits vor der Fahrt prüfen, ob sich ein Standort für Sternenfotos eignet, und gezielt nach dunkleren Plätzen suchen. Light Pollution Map gibt es im Browser und als App für iOS und Android.
Ein wolkenfreier Himmel ist für Sternenfotos besonders wichtig. Clear Outside wurde speziell für astronomische Beobachtungen entwickelt und zeigt unter anderem die vorhergesagte Bewölkung für die kommenden Tage. Dabei wird zwischen niedrigen, mittleren und hohen Wolken unterschieden. Zusätzlich findest du Angaben zu Mondphase sowie Mondaufgang und Monduntergang.

💡 Tipp: Für den Einstieg musst du nicht alle Apps installieren. Mit PhotoPills oder Stellarium kannst du den Sternenhimmel planen. Prüfe zusätzlich kurz vor deiner Fototour die Bewölkung und suche dir einen möglichst dunklen Standort.

So werden deine Sternenfotos interessanter

Ein beeindruckender Sternenhimmel allein macht noch nicht automatisch ein spannendes Foto. Richte deine Kamera deshalb nicht einfach nur nach oben. Ein Motiv im Vordergrund gibt deinem Bild Tiefe und zeigt gleichzeitig, wie groß und weit der Himmel wirkt.

Als Vordergrund eignen sich zum Beispiel:

  • ein Baum als dunkle Silhouette
  • ein Berg oder eine Bergkette
  • ein markantes Gebäude
  • ein See, in dem sich der Himmel spiegelt
  • eine Straße, die den Blick ins Bild führt
  • eine Person als Größenvergleich
  • ein beleuchtetes Zelt in einer Landschaft

Probiere verschiedene Bildausschnitte aus und lasse dem Himmel trotzdem genügend Platz. Gerade die Kombination aus Landschaft und Sternen macht viele Sternenfotos besonders eindrucksvoll.

5 typische Fehler beim Fotografieren von Sternen

Dein erstes Sternenfoto sieht noch nicht so aus wie erhofft? Oft steckt nur eine Kleinigkeit dahinter. Diese fünf Probleme treten besonders häufig auf:

  1. Auf deinem Foto sind kaum Sterne zu sehen? Straßenlaternen, Häuser und andere Lichtquellen können den Himmel stark aufhellen. Suche einen möglichst dunklen Standort mit wenig Lichtverschmutzung.
  2. Die Sterne sind unscharf? Bei Dunkelheit hat der Autofokus häufig Schwierigkeiten, einen geeigneten Fokuspunkt zu finden. Schalte ihn aus und stelle einen hellen Stern wie oben beschrieben manuell scharf.
  3. Deine Sterne sehen wie kleine Striche aus? Dann war die Belichtungszeit wahrscheinlich zu lang. Verkürze sie schrittweise, bis die Sterne wieder als einzelne Punkte erscheinen.
  4. Das gesamte Bild ist verwackelt? Schon das Drücken des Auslösers kann die Kamera leicht bewegen. Verwende ein stabiles Stativ und löse mit einem kurzen Selbstauslöser oder Fernauslöser aus.
  5. Das Foto ist zu hell, zu dunkel oder stark verrauscht? Verlasse dich nicht auf die ersten Einstellungen. Kontrolliere nach jeder Testaufnahme das Ergebnis und passe ISO, Blende oder Belichtungszeit entsprechend an. Oft sind mehrere Versuche nötig, bis die Kombination zu den aktuellen Lichtverhältnissen passt.

Sternenfotos bearbeiten: Das kannst du anschließend verbessern

Viele spektakuläre Sternenfotos, die du online siehst, kommen nicht genauso fertig aus der Kamera. Die Nachbearbeitung gehört bei der Sternenfotografie häufig dazu. Dabei kannst du unter anderem Belichtung, Weißabgleich und Kontrast anpassen, Lichter und Schatten korrigieren sowie störendes Bildrauschen reduzieren.

Fotografierst du im RAW-Format, hast du bei der Bearbeitung besonders viel Spielraum, da mehr Bildinformationen gespeichert werden. Für kleine Korrekturen reicht oft schon eine Foto-App auf dem Smartphone, die sich bequem per Touch bedienen lässt.

Bei aufwendigeren Aufnahmen kommen teilweise weitere Techniken zum Einsatz. Dazu gehört beispielsweise eine Nachführung, bei der sich die Kamera während einer längeren Aufnahme passend zur Bewegung des Sternenhimmels mitbewegt. Für deine ersten Sternenfotos brauchst du diese Technik aber nicht.

Noch mehr Fototipps: Sonnenuntergang fotografieren
Nicht nur der Sternenhimmel bietet spannende Fotomotive. Bereits in der Zeit vor Einbruch der Dunkelheit entstehen bei Sonnenuntergang besondere Lichtstimmungen. Welche Einstellungen sich dafür eignen und wie du die intensiven Farben am Himmel festhältst, erfährst du in unserem Ratgeber zum
Fotografieren von Sonnenuntergängen.

FAQ: Sterne fotografieren

Was brauche ich für Astrofotografie bzw. Sternenfotografie?

Für den Einstieg reichen eine Kamera mit manuellen Einstellungen, ein möglichst lichtstarkes Weitwinkelobjektiv und ein stabiles Stativ. Sowohl Systemkameras als auch Spiegelreflexkameras eignen sich.

Sterne fotografieren: Welche Einstellungen sind wichtig?

Starte beispielsweise mit einer weit geöffneten Blende von f/1.8 bis f/2.8, ISO 800 bis 3200 und einer Belichtungszeit von etwa 10 bis 20 Sekunden. Passe die Werte anschließend an deine Aufnahme an.

Wie lange muss ich Sterne belichten?

Bei einem Weitwinkelobjektiv sind etwa 10 bis 20 Sekunden ein guter Ausgangspunkt. Bei zu langen Belichtungszeiten werden die Sterne durch die Erdrotation als kleine Striche sichtbar.

Wann kann man den Sternenhimmel am besten fotografieren?

Ideal sind klare, dunkle Nächte an Orten mit wenig Lichtverschmutzung. Rund um Neumond ist der Himmel besonders dunkel und schwächere Sterne sind besser sichtbar.

Kann man Sterne fotografieren ohne Stativ?

Grundsätzlich ja, einfacher und zuverlässiger gelingt es aber mit einem Stativ. Bei den langen Belichtungszeiten führen bereits kleine Bewegungen schnell zu verwackelten Bildern.

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